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GKV-Arzneimittelausgaben auf Rekordhoch
Die Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) kennen seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Der aktuelle AOK-Arzneimittelreport 2025 verdeutlicht die Schieflage: Während die GKV-Ausgaben für Medikamente auf gigantische 59,3 Milliarden Euro kletterten, wird über die Hälfte dieser Kosten durch nur einen winzigen Bruchteil der Verordnungen verursacht.
Die Kosten-Falle: Wenig Patienten, maximale Preise
Das Kernproblem liegt bei den patentgeschützten Arzneimitteln. Diese sind oft hochspezialisiert und für kleine Patientengruppen gedacht, verursachen aber horrende Kosten:
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7 % Anteil an den verordneten Tagesdosen…
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…verursachen über 50 % der Gesamtkosten.
Dramatische Kostenentwicklung
Medikamente sind mittlerweile der zweitgrößte Ausgabenposten der GKV. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
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+10 % Steigerung zum Vorjahr.
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+125 % Anstieg seit dem Jahr 2011.
Forderungen nach Transparenz und Reform
Der AOK-Bundesverband warnt, dass die bisherigen Instrumente zur Preisregulierung versagen. Um die Finanzierung fair zu gestalten, fordert der Verband:
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Transparenz bei Forschungs- und Entwicklungskosten: Die Pharmaindustrie soll offenlegen, wie Preise zustande kommen.
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Effektive Preisdeckel: Bestehende Maßnahmen müssen nachgeschärft werden, um das System vor dem Kollaps zu bewahren.
Effizienz als Hebel: Wie die PAV die Kosten dämpfen kann
Angesichts dieser Ausgabenrekorde rückt die patientenindividuelle Arzneimittelverblisterung (PAV) als strategisches Instrument zur Kostendämpfung weiter in den Fokus. Während patentgeschützte Hochpreiser das Budget belasten, sorgt die PAV dafür, dass die eingesetzten Medikamente auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Durch die wochenweise, bedarfsgerechte Abgabe werden ungenutzte Vorräte und Arzneimittelverwerfung massiv reduziert. Statt teure N3-Packungen bei Medikationsänderungen entsorgen zu müssen, ermöglicht die Verblisterung eine punktgenaue Abrechnung und Versorgung. So wird die PAV zu einem entscheidenden Baustein für mehr Wirtschaftlichkeit im Gesundheitssystem, indem sie Fehlversorgungen vermeidet und die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) ohne teure Doppelstrukturen erhöht.
